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EIN STILLES ÖRTCHEN FÜR JESUS CHRISTUS

  • 1. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Mitten im Herzen der Hollenburg verbirgt sich ein Raum, der auf den ersten Blick beinahe unscheinbar wirkt und doch zu den ältesten und bedeutendsten Orten der Burg gehört – die Burgkapelle. Wer ihre Schwelle überschreitet, verlässt für einen Moment den Alltag. Die dicken Mauern halten den Lärm der Außenwelt fern, das Licht fällt gedämpft durch die Fenster, und eine fast ehrfürchtige Stille erfüllt den Raum.



Die Kapelle ist dem heiligen Nikolaus geweiht, dem Schutzpatron der Reisenden, Schiffer und Kaufleute. Bereits im Jahr 1348 wird sie erstmals urkundlich erwähnt. Seit beinahe sieben Jahrhunderten begleitet sie das Leben auf der Hollenburg. Hier wurde gebetet, gedankt, um Schutz gebeten und Abschied genommen. Generationen von Burgherren, ihren Familien, Bediensteten und Gästen fanden hier einen Ort der Besinnung.

Doch ihre Geschichte reicht vermutlich noch weiter zurück. Wie viele Burgkapellen dürfte auch sie bereits vor ihrer ersten schriftlichen Erwähnung bestanden haben. Schriftliche Quellen berichten oft erst dann von einem Bauwerk, wenn es bereits seit Jahren oder Jahrzehnten genutzt wurde.



Besonders beeindruckend sind die gotischen Fresken aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Über viele Generationen waren sie unter Putz und Farbschichten verborgen. Erst im Jahr 1945 wurden sie wieder freigelegt und machten sichtbar, was jahrhundertelang im Verborgenen gelegen hatte. Die zarten Farben und die feinen Darstellungen erzählen bis heute von der Kunstfertigkeit mittelalterlicher Maler und vom tiefen Glauben jener Zeit.

Im Jahr 1684 wurde die Kapelle erneut geweiht. Wahrscheinlich waren Umbauten oder Restaurierungen der Anlass dafür. Auch dies zeigt, welche Bedeutung dieser kleine sakrale Raum über die Jahrhunderte hinweg für die Bewohner der Burg besaß. Während sich die Hollenburg architektonisch immer wieder veränderte, blieb die Kapelle ein Ort der Beständigkeit.

Wer heute in der Kapelle steht, spürt etwas, das sich kaum beschreiben lässt. Es ist nicht nur ihre Geschichte, sondern die Atmosphäre, die diesen Raum erfüllt. Man stellt sich unwillkürlich die Menschen vor, die hier vor Jahrhunderten dieselben Steinplatten betraten. Ritter vor einem Aufbruch, Familien in Zeiten der Freude und der Trauer, Mütter mit ihren Kindern, alte Menschen am Ende ihres Lebens – sie alle hinterließen ihre Gedanken und Hoffnungen zwischen diesen Mauern.

Vielleicht ist genau das das Geheimnis alter Orte. Sie bewahren nicht nur Steine und Mauern, sondern auch Erinnerungen. Die Kapelle erzählt keine laute Geschichte. Sie spricht leise. Man muss bereit sein, ihr zuzuhören.

Während draußen das Leben auf der Burg seinen Lauf nahm – Pferde über das Steinpflaster gingen, Wagen durch das Tor rollten und Menschen ihrer täglichen Arbeit nachgingen –, herrschte hier eine andere Zeit. Eine Zeit der Einkehr, des Gebets und der Hoffnung.

Die Kapelle der Hollenburg ist weit mehr als ein historischer Raum. Sie ist ein stiller Zeuge von fast siebenhundert Jahren Geschichte. Wer sie besucht, begegnet nicht nur der Vergangenheit, sondern vielleicht auch ein wenig sich selbst.


Einsicht aus dem oberen Stockwerk
Einsicht aus dem oberen Stockwerk

Die wichtigsten bekannten Fakten sind:

  • Erste urkundliche Erwähnung 1348. In diesem Jahr wird die Kapelle erstmals schriftlich erwähnt. Sie ist dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Reisenden, Schiffer und Kaufleute, geweiht. (kath-kirche-kaernten.at)

  • Gotische Fresken aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Diese Wandmalereien wurden 1945 unter späteren Übermalungen freigelegt und zählen zu den kunsthistorisch bedeutenden Ausstattungen der Burg. (kath-kirche-kaernten.at)

  • Zweite Weihe im Jahr 1684. Die Kapelle wurde im Laufe ihrer Geschichte erneut geweiht, was auf Umbauten oder eine Restaurierung schließen lässt. (de.wikipedia.org)

  • Die Kapelle liegt im Erdgeschoss des Osttraktes der Burg und wird bis heute gelegentlich für Gottesdienste genutzt, obwohl sich die Hollenburg in Privatbesitz befindet. (kath-kirche-kaernten.at)



Darüber hinaus lässt sich die Geschichte der Burg selbst bis 1142 urkundlich zurückverfolgen. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte sie mehrfach den Besitzer – von den Hollenburgern über die Herren von Pettau und die Dietrichsteiner bis zu den Familien Wittgenstein, Maresch und schließlich Kyrle. Gerade unter den Dietrichsteinern erhielt die Burg im 16. Jahrhundert ihre prächtige Renaissancegestalt. (austria-forum.org)

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