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RUDOLF STEINER UND JOHANN W. VON GÖTHE

Aus einem MICHAEL VORTRAG,

gehalten am 5. Oktober 1923

in Dornach von RUDOLF STEINER


Sonnenmächten Entsprossene,

Leuchtende Welten begnadende

Geistesmächte; zu Michaelis Strahlenkleid

Seid ihr vorbestimmt von Götterdenken.


Er, der Christusbote weist in euch

Menschentragenden, heil´gen Welten-Willen;

Ihr , die hellen Ätherwelten - Wesen

Trägt das Christuswort zum Menschen.


So erscheint der Christuskünder

den erharrenden, durstenden Seelen;

Ihnen strahl euer Leuchte - Wort

In das geistesmenschen Weltenzeit.


Ihr, die Geisterkenntnis Schüler,

Nehmet Michaels weises Winken,

Nehmt das Weltenwillens - Liebe -Wort

In der Seelen Höhenziele wirksam auf.


Meine lieben Freunde! Wir leben heute äusserlich mit Bezug auf die Ereignisse, die der Sinnesbeobachtung des Menschen zugänglich sind, in einer Zeit schwerer Prüfungen der Menschheit, schwerer Prüfungen, die noch immer schwerer werden müssen. Wir leben in einer Zeit, in der eine ganze Summe alter Zivilisationsformen, an denen die Menschen noch irrtümlich hängen, in den Abgrund versinken wird, in denen stark die Forderung auftreten wird, daß die Menschen sich an Neues heranfinden müssen. Man kann nicht irgendwelche optimistischenHoffnungen - ich habe das oftmals gesagt - im Menschengemüte von demjenigen erwecken, wenn man von demjenigen sprechen will, was sich im Schoße der Zeiten zunächst für das äußere physische Leben der Menschheit abspielen wird.


Aber man kann heute eigentlich gar nicht ein Urteil fällen, das in irgend einer Weise gültig sein könnte, über die Bedeutung dessen, was da äusserlich geschieht, wenn man nicht auch dasjenige sieht, was hinter dem sinnlichen Schleier da übersinnlichen Weltereignissen, bestimmend, richtungsgebend sich eben abspielt. Es ist ja so, daß, wenn der Mensch mit seinem physischen Auge hineinschaut, seine anderen physischen Sinne in Regsamkeit hat und ausserdem wird auf dasjenige, was in seiner Weltumgebung ist, daß er da wahrnimmt die physische Atmosphäre der Erde, in ihr eingebettet die Wesenheiten der verschiedenen Reiche, innerhalb dieses ganzen Milieus sich gut zutragend dasjenige, was in Wind und Wetter im Laufe der Jahreserscheinungen vor sich geht. Daß also der Mensch, der alles vor sich hat, das ist der äußere Tatbestand, wenn der Mensch seine Sinne der Aussenwelt exponiert.


Aber hinter der Atmosphäre, hinter der sonnendurchleuchteten Atmosphäre liegt, wahrnehmbar für dasjenige, was man Geistorgan nennen kann, eben eine andere Welt, man darf sagen, gegenüber der Sinnenswelt eine höhere Welt, in der auch eine Art Licht, in einer Art geistigen Lichtes, in einer Art Astrallichtes geistig Wesenhaften und geistige Tatsachen erglänzen und sich abspielen, die wahrhaftig für das Gesamtwerden der Welt und des Menschen nicht weniger bedeutsam sindals dasjenige, was in der äußeren Atmosphäre, auf der äußeren Erdoberfläche sich geschichtlich abspielt.


Wenn nun derjenige, der in solche Dinge eintreten kann, wie man Durchwandeln kann, Berge, Wälder, so - möchte ich sagen - die Gebiete des Astrallichtes durchwandert, wie man, wenn man eine Wanderung macht, an Wegkreuzungen Richttafeln findet, so kann man auch in diesem Astrallichte - ich möchte sagen - mit geistiger Schrift eingeschriebene Richttafeln finden.

Das erste Götheanum in Dornach/Schweiz (1913–1922)


Das zweite Götheanum, erbaut 1925–1928, wurde von Rudolf Steiner konzipiert und ist heute der Sitz der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.



Den Impuls zur Malerei schließt Rudolf Steiner an Goethes Werk zur Farbenlehre an. Goethe wies auf die seelische Wirkung der Farbe hin, und versuchte die geistige Realität der Farbe u.a. durch den Begriff der Steigerung zu umreißen. Auf ihn geht auch die moderne Farbpsychologie zurück. 



GÖTHES FARBENLEHRE


Diese Richttafeln haben eine ganz besondere Eigentümlichkeit, sie sind auch für diejenigen, der sagen wir im Astrallichte lesen kann, nicht ohne weiteres verständlich. Es geht in der geistigen Welt und ihren Mitteilungen nicht so zu, daß einem die Dinge so bequem als möglich gemacht werden, sondern dasjenige, das einem sich offenbarend in der geistigen Welt entgegentritt, es gibt ein Rätsel auf. Und man muß durch inneres forschen, durch inneres Erleben von dem und vielen anderen erst herausfinden, was - ichmöchte sagen- bedeutet eine Inschrift in einer solchen geistigen Richttafel.


Und so kann man gerade jetzt in dieser Zeit, übrigens schon seit Jahrzehnten, aber besonders stark in dieser zeit schwerer Menschenprüfungen, im astralischen Lichte, wenn man geistig im Geisterlande dahin wandelt, einen bemerkenswerten Spruch lesen. Es sieht einem prosaischen Vergleich ähnlich, aber durch die innere Bedeutung wird das Prosaische ja nicht prosaisch bleiben. Wie man eben solchen Tafeln, nach denen man seine Wege verfolgen kann, findet, wie euch da und dort in poetischeren gegenden das oder jenes auf Richttafeln zu finden ist, so treten einem bedeutsame Richttafeln im Astrallichte entgegen. Ich möchte sagen, immer wieder, in gleicher Wiederholung, immer wieder findet man den eben folgenden Spruch, der da eingeschrieben ist, mit ganz bedeutsam geistiger Schrift in das Astrallicht der heutigen Zeit:


O Mensch,

Du bildest es zu deinem Dienste,

Du offenbarst es eseinem Stoffeswerte nach

In vielen deiner Werke.

Es wird dir Heil jedoch erst sein,

Wenn dir sich offenbart

Seines Geistes Hochgewalt.



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