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EIN WIENERSCHNITZEL AUF REZEPT

Nach den eiskalten Tagen davor, konnten wir, wir waren zu zehnt, in der aristokratischen Villa in Dreistetten die wärmenden Sonnenstrahlen im 27. April 2024 im weitläufigen Garten mit wunderbaren Altbaumbestand genießen.


Anfänglich noch ein wenig zurückhaltend fühlten sich, die sich fast unbekannten Gäste bei Jolanda und Fabio herzlich willkommen. Skeptisch im Sinne von neugierig auf Grund der Ideensituation einer Einladung von Freunden für die Freunde der  Freunde.



Wie auch immer, war dadurch die Gastgeberrolle nicht wirklich zu fühlen und irgendwie auch nicht vorhanden. Nur Fabio, öfters in der Küche beim kreativen Gestalten der einzelnen Gänge, kam immer wieder zum Tisch um uns über den Verlauf des Kochprozeßes seiner hervorragenden Paella zu berichten und ein wenig höfliche Konversation zu führen. Was ihm nicht immer so gelang, weil er von Jolanda unterbrochen wurde. Sonnenstrahlen bräunten das Dekolletee derjenigen Sonnenanbeterin, die der Sonne zugewandt am Tisch Platz genommen hatte. Schirme wurden gerückt und in Position gebracht, damit jeder einzelne die optimale Position für sein Wohlbefinden bekommen hat.


Spanischer Champagner wurde eleganter Weise einer verblüfften Gästin im Bierglas serviert. Das war ein Versehen des Mundschenks, der das Sektglas nicht entdecken konnte. Dazu serviert wurde eine Platte mit Vorspeisen und köstlichem Brot. Die Sonnenstrahlen, zu diesem Zeitpunkt aus einem idealen Winkel für ein beleuchtendes Gegenlicht,  ließ Gläser grau erscheinen und machte auch nicht Halt vor der äußerst feuchten Aussprache , oder genauer für die sprühenden Spuketropfen aus dem Mund meines Nachbarn, der uns die Feinheiten der portugiesischen oder spanischen oder brasilianischen Aussprache deutlich haptisch erklären wollte. Das Wort haptisch, gehört zu der Wahrnehmung, im griechischen bedeutet es „haptós“ und bedeutet so viel wie „fühlbar“. Als Haptische Kommunikation bezeichnet man das Mittel, mit dem Menschen und Tiere, berühren können.


Jolanda erkannte Ihren intellektuellen  Bruder, oder eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihrem genetischen Bruder. Die anreizenden Zwiegespräche und Doppeldeutigkeiten zwischen den beiden unterhielten die Gesellschaft nachhaltig.  “Putz da, bis da glänzt da“  wurde zum Thema und wurde  festgestellt, erklärt und analysiert und nochmal Bedeutung entgegengebracht und sich im Geiste vorgestellt. Viel mehr  Rotwein wurde getrunken, wie vorher geschätzt, irgendwie ungerecht verteilt und ging zu schnell aus für diesen Nachmittag. Die Lösung war  Rosé und dann doch noch zwei weitere Flaschen des Lieblingsweines von Jolanda, den Sie nicht mehr teilen wollte. Eine plötzliches Thema  über die  Wehrdienstpflichtigen und deren errungenen Ränge,  verstummte schnell… ohne Fabio und seine Militärgeschichten. Er  rechtfertigte  seine Affinität zu Cannabis mit einem vom Arzt verschriebenen Rezept  und Gottfried erhält selbstverständlich  ein  Wiener Schnitzel auf Rezept.



Die Begegnung auf der Strasse mit Menschen und Hunden wurde zum Thema, was uns anderen die Frage stellte, wieso die beiden Hunde, eine junge Labradordame und der stolze braune Labradorrüde im "never ending" Liebestaumel sich nicht ruhiger verhalten konnten und Befehle mißachteten, obwohl sie sich auf eigenen Territorium befanden. 


Viel später, nach dem Dessert, einem warmen TK Spar Apfelstrudel, der noch auf der Gartenbank im bereits kühlen Abendwind genossen werden konnte, begaben wir uns in den Salon des Hauses. Ein schnelles Feuer im relativ neuem umgebauten offenen Kamin, erwärmte den Raum und eine gemütliche Atmosphäre erfüllte die Luft. 

Trotz einem kurzen unerwarteten und vielleicht mißverstandenen ADHS Anfall von Fabio und großem Erstaunen auf Seiten einiger Gäste,  wurde der angebrochene Abend für den ein oder anderen zu einem abgebrochenen Erlebnis.

Die bis zum Schlußdurchhalter,   blieben in der geschrumpften Menschenrunde zurück und erlebten noch einmal im Detail beschriebene Gefühle  Jolandas aus Ihrer Jugend und ihrem Leben und wir beschäftigen uns intensiv damit den anderen riechen oder nicht zu können. Oder besser, was diese Vorstellung bei genauerem Hinschauen und Hindenken und Hinfühlen bedeutet. Ein interessantes Thema für die Erinnerung und die Vorstellungskraft mit vielen Möglichkeiten der Interpretation und Inspiration. Eine weit verbreitete Theorie sei beispielsweise, dass Männer und Frauen den Duft ihres Gegenübers genau dann attraktiv fänden, wenn sich das Immunsystem des einen – und damit auch seine Gene – stark von dem des anderen unterscheide, sagt Grammer. Aus der Perspektive der Natur würde das Sinn machen.

Danke alle alle Lieben für die gemeinsamen Stunden.

Wir haben den eingeladenen Abend bei und mit unseren Freunden genossen und hoffen auch weiterhin in eurer aller Gesellschaft gedanklich mitreisen zu dürfen.


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