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OSTERN IN TADSCHIKISTAN

Aktualisiert: 3. Apr.

Wir fuhren über die  schmale Landstrasse voller blühender Kirschbäume, bis ins Kartoffelland, der  Wahlheimat von Fabio, Zolly, dem Kärtner Künstler

Bei sehr warmen Wetter begrüßten uns Jolanda im Dirndl und Fabio in einer österreichischen österlichen Lederhose. Fabio und ein großartiges und liebevoll künstlerisch arrangiertes Oster Buffet empfing uns auf dem Tisch im Esszimmer.

Gemütlich und entspannt fand die Gruppe des Nachmittag zusammen. Peter, der Bruder von Fabio und seine entzückenden Frau Gabriele von der Grenzkontrolle im Burgenland. Georg, der ehemalige Philharmoniker und Weltumreisende, Gernot der frühere und Exfreund von Jolanda. Der noch immer seine große Liebe im Herzen trägt. Karin und Cornelius, die langjährige Freundin Jolandas und ihr Erwachsenenpädagoge, wenn ich die Übersetzung seines Berufes richtig verstanden habe. Aber das weiß der Notto sicher besser.

Es fing mit der Beschreibung einer Bluse an. Die weiße Bluse mit zwei großen, schwarzen Punkten und einem roten am Ärmel. Jolandas damaliges Outfit für den Abend mit Notto.

Es war einmal im Nachtleben von Wien. Ein Lokal, neben anderen, wie der Loosbar, dem Havelka, der Camera Obscura. Das 66 er am Wiener Naschmarkt. Dort wo sich in den 70ern Männer, Halunken und Strizzis der Stadt  auch nach einer Nacht noch in der frühen Früh treffen konnten, um doch noch beweisen zu können, wer der Stärkere ist. Zeiten in denen Männer ihre Männlichkeit mit Fäusten und Provokationen zeigen wollten. Es waren diejenigen die heute anders denken, diejenigen die heute erkennen, was Unsicherheit und mangelndes Selbstwertgefühl hervorbringen können. Dort wo Aggressionen eine Bühne gegeben wird.

Unsere berauschende Jolanda, die, die Männern schon immer den Kopf verdrehen konnte, hatte wissend oder unwissend, MANN weiß es nicht so genau ;) als wunderschöne FRAU in der damaligen Zeit den Männern die Stirn geboten.


Ich wünschte ich würde mich an jeden einzelnen Satz erinnern, der gestern Abend gefallen ist. Es tauchten Erinnerungen auf und wir fühlten es und uns, wie früher, wenn sich eine Gruppe gefunden hatte, in der sich jedes Individuum integrieren kann und sich einem respektvollen Umgang sicher sein konnte.

Der für die Jahreszeit sehr warme Wind erfüllte die Atmosphäre und liess uns, wie in einem Raumschiff durch die Zeiten schweben, sodaß dem ein oder anderen der Gedanke durch den Kopf ging, was geschieht hier eigentlich? Trotz späterem Kälteinfall mit heftigen Windböen blieben wir auf der großzügigen Terrasse sitzen und ließen uns Ideen für die Renovierung einfallen. Ein Baum war auf das Geländer gestürzt und hat es zerstört.

Zwischendurch verschwand Notto in seinen schulischen und beruflichen Erlebnissen von seinem Verweis als Schüler aus dem Kollegium Kalksburg und seiner späteren Wiedereinstellung im Erwachsenenalter als Erzieher bis zu einem Job in den 70ern im Undergroundlokal 66er am Wiener Naschmarkt. Neben lebendig beschriebenen Schlägereiszenen im Lokal und auf der Kärtnerstrasse, an die sich nicht nur eine Person von unserer Runde erinnerte und erzählen konnte, überkam ihn und vielleicht auch andere die späte, vielleicht auch frühe, je nachdem von welcher Seite aus betrachtete, Einsicht, daß dies eben nur aus Unsicherheit und falsch interpretierte Wichtigtuerei geschehen ist. Dabei erwischte es ihn zusätzlich, sich im Wissen über die griechische Sprache in Szene zu setzen, was vielleicht kurzfristig die Zuhörer staunen ließ, aber dann doch wieder vergessen wurde, weil die meisten kein Griechisch konnten. Und mit Lateinischen Zitaten aus Ovid kamen wir auch nicht weiter.

Fest steht, daß Jolanda den Männer immer genau das sagt, was sie denkt und Männer glaubten und glauben vielleicht bis heute, sie hat nicht nachgedacht. Was für ein verdrehte Welt, die sich im Alter offenbart, wenn wir von der anderen Seite aus erkennen.


Tadschikistan - ein Land, das unglaublich reich an Natur, Kultur und freundlichen Menschen ist. Während wunderschöne Seen und farbenfrohe Gebirgszüge ein wahres Eldorado für Wander- und Trekkingbegeisterte sind, kommen Kulturfreunde entlang der Seidenstraße voll auf ihre Kosten. Fabios Sohn wird uns die Schönheiten dieses Landes zeigen und näherbringend können. 


Und der Abend war noch nicht zu Ende. Notto wollte wirklich mit seinem Rad nach Hause fahren. Bis nach Wopfing. Betrunken und als es schon richtig dunkel war. In den Ort, der für Beton bekannt ist. Wir kannten ihn nicht. Damit er in seinem Bett seinen inzwischen mit Gurktaler gedopten Rausch ausschlafen konnte, brachten Fritz und ich ihn am Heimweg nach Hause. Jolanda oder Fabio würden ihn am nächsten Tag abholen, damit er sein e-Bike wieder bekommt. Wie in einem Film erreichten wir plötzlich das hell beleuchtete Betonwerk,t mitten im wunderschönen grünen, zu dieser Jahreszeit wild blühenden Wopfing Tal. Wopfing ist ein Ort im Piestingtal und als Ortschaft und Katastralgemeinde Teil der Marktgemeinde Waldegg im Bezirk Wiener Neustadt-Land in Niederösterreich. Völlig unwirklich, wie  in einer femden Welt  zog uns die Dunkelheit mit tausend Lichtern über die Straße. 


Wir haben seine heftige Kritik und Missfallen an Betonwerken, die Wälder verdrängen und für die Versiegelung des Boden verantwortlich sind verstanden, ließen Notto aussteigen, machten schnell kehrt und wir fuhren in unsere Richtung. 


Voll mit Energie  und trunken von Erinnerungen der letzten Stunden.

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