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  • DIE AURA VON SÜSSER MELANCHOLIE

    Ein Abend im Jetzt mit Ausflügen in die Vergangenheit. Wunderbar. Zurück bleibt ein sehr wertvolles, wohliges Gefühl am nächsten Morgen, etwas erlebt zu haben, was wir vielleicht erleben wollten. Ibiza. Ich kann mir heute Jolanda so gut vorstellen, wie sie und Ihre beste Freundin voller Jugend und Spaß am Leben in den Gassen von Ibiza die milde Luft einatmen und den Spirit der Zeit erleben. Später nannte einmal ein Unwissender Jolanda Hexe, wenn sie in ihren langen wehenden Hippie Kleidern ein bisschen Ibiza Feeling in Wiens Straßen bringen wollte. Der Hippie Flair, der sie, wenn man ganz genau hinschaut, auch heute noch umgibt, aber nicht angehaftet ist, machte manchen Menschen Angst oder vielleicht umhüllt diese Menschen eine Aura, die andere nicht sehen aber spüren können und das macht Angst. Oder auch nicht. Heute kann man auch darüber nachlesen: Was ist typisch für einen Hippie? Passend zur Lebenseinstellung ist die Hippie Kleidung ebenfalls luftig, leicht und kunterbunt: Blumenmuster, eine weich fließende Tunika und Fransen-Tops sind feste Bestandteile der Hippie Mode. Auch Hippie Kleider mit Ethnomuster, farbenfrohe Patchwork Mode und Leder-Boots gehören zu einem echten Hippie Look dazu. Nicht zu vergessen die Frisur! Aura war eine Göttin, die griechische Göttin der Morgenbrise. Aura ist ein Energiekörper, eine angeblich wahrnehmbare Ausstrahlung in der Esoterik. Aura wird häufig umgangssprachlich für „Ausstrahlung“ benutzt. Eine besondere Ausstrahlung kann geheimnisvoll bedeuten oder der von der Aura eines Geheimnisses umgeben sein. https://de.wikipedia.org/wiki/Aura Aura gehört zum älteren Göttergeschlecht der Titanen und wird als jungfräuliche Jägerin beschrieben, die besonders stolz auf ihre Keuschheit war. In ihrer Überheblichkeit verglich Aura ihren Körper mit dem der Göttin Artemis, wobei sie Artemis als zu weiblich, um eine wahre Jungfrau zu sein, bezeichnete. Fabio und seine Schnuffi. Vielleicht weiß diese goldige junge Labradorhündin etwas über Manipulation oder hat von Jolanda gelernt, wie man einen Menschen beeinflußt, zu dem Frau sich hingezogen fühlt und den Frau begehrenswert findet. Was muß ich tun damit er macht, was ich will. Glücklicher Fabio, deine Aufmerksamkeit ist dort, wo sie sein soll. Bei Jolanda ist das anders, sie nervt nicht, sie reizt um in Stimmung zu kommen. Herausfordernd ansprechen und dabei unmissverständlich sexuelles Interesse zeigen Ist das Ergebnis nicht das gleiche? Im akustischen Hintergrund des Abends kläfft Brenda noch ein paar Mal und gibt schliesslich auf und legt sich schlafen ohne nicht noch die letzten Wallnüsse samt Schalen zu zerbeissen. Über YouTube und Smart Tv spielt mein Lieblingskonzert von Cesaria Evora. https://www.youtube.com/watch?v=dwmVmOa_-qw&t=253s Die Stimmung, die ich empfinde, und vielleicht auch andere, versetzt mich in eine beruhigende, zufriedene, gelassene Stimmung, die man nicht nur erkennt, wenn man weiß, was diese Königin mit Ihrer Stimme vollbringt, sondern auch dann, wenn man sie das erste Mal hört. Irgendwie leise, wie Barfuß, dringt Ihre Stimme in uns, bis die Schwingungen uns ausfüllen und wir tanzen wollen oder der Körper im Rhythmus der Musik sich unwillkürlich zu bewegen beginnt. Cesária Évora wurde die „ barfüßige Diva “ genannt, weil sie traditionell ohne Schuhe und Strümpfe auftrat. Cesária Évora war die bekannteste Sängerin Kap Verdes und gilt als Königin der Morna. https://de.wikipedia.org/wiki/Ces%C3%A1ria_%C3%89vora Morna ist eine wohl auf Boavista entstandene, populäre und verbreitete moll -lastige Musikrichtung Cabo Verdes . Der Ton ihrer Lieder ist lyrisch : Lebenslust, Wehmut und süße Melancholie , verlorene Liebe, Schmerz und Hoffnung, zusammengefasst in Sodade . Sodade ist ein melancholischer Gemütszustand, wie z. B. Weltschmerz, der sich in einem bestimmten Musikstil äußern kann. Wer zeigt dir diesen lange Weg? (2x) Diesen Weg nach Sao Tomé Sodade (Sehnsucht) nach meiner Insel (Land) Sao Nicolau Wenn du mir schreibst schreibe ich dir wenn du mich vergisst vergesse ich dich Bis zu dem Tag an dem du wiederkommst https://lyricstranslate.com/de/sodade-sodade.html Erinnerungen, Geschichten, Erlebnisse und Zeitgeist. Ist es das, was wir in unserem Alter geniessen dürfen? Wieso gibt eine Gesellschaft vor, wie traurig oder trostlos es sein wird oder noch ein weitere negative Eigenschaftswörter begleiten das Alter, oder es ist, dieser letzte doch so wertvoller, sinnvoller und erfüllter Lebensabschnitt „das Alter“ ? Wir fragen uns zu viert und stellen fest, daß das nicht so ist. Obwohl uns der Tod und Krankheiten immer begleiten. Aber das gehört zu den Dingen, die wir nicht ändern können. Jeder wünscht sich ein langes Leben, aber niemand will alt werden. Und weil ich diese Indianergeschichte so schön finde und dabei hilft die Dinge schön zu sehen: Daher stellen wir gemeinsam fest. Es war schön, es war gut und es ist schön und ist gut. Vor allem, wenn es Abende, wie diese gibt. Und mit schönen Erzählungen und fast schwerelos in Raum und Zeit…….Jetzt

  • ERINNERUNGEN AUS DER HAMLETZEIT

    Hildes Niederschriften aus einer früheren Zeit. Im Zentrum der Tragödie ,,Faust 1" des Johann Wolfgang von Goethe steht der Charakter des Doktor Heinrich Faust, welcher unter der Beschränktheit seiner menschlichen Natur leidet (Zeile 354-359). https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Sonnenthal MEIN SCHÖNSTER HAMLETBESUCH Wir waren alle ungefähr 16 Jahre alt, als uns Dr. Wolfgang Madjera, von mir „Onkel Wolf“ genannt, eine Loge im Deutschen Volkstheater zu einem „Hamlet“ Besuch zur Verfügung stellte. https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Madjera#Leben „Wir“, das waren meine Freundin Vally, ihr Vetter Walter Kunz, für den mein Herz seit meinem 13. Jahr als ich ihn kennen lernte, schlug, vielleicht auch seine Schwester Hilde Ku, so genannt zur Unterscheidung, ich war Hilde Ke(Kunz-Kepert)- für alle Fälle hatte uns Onkel Wolf das Kinderfäulein mitgegeben. https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Kunz_(S%C3%A4nger) Adolf von Sonnenthal in der Rolle des Faust Wie immer waren wir sehr heiter gestimmt und freuten uns sehr über das Schauspiel. Walter war der fröhlichste! Er begleitete die Aufführung mit seinen spaßen, wir dankten ihm mit Gelächter, daß arme Kinderfräulein rang die Hände. „Bei so einem ernsten Stück!“ Beim Auftritt von „Rosenkranz und Guldenstern verkündete Walter laut: „Ich brauche keine Adeligen, ich bin ein ehrlicher Kaufmannssohn!“(Er war Schüler in Karlsburg, dem vornehmsten Internat von Wien, das meist von Adeligen besucht wurde) „Ophelia geh ins Kloster!“ Wer …. uns Entzücken, als Walter Vally und mir befahl, uns diesem Unternehmen anzuschließen. Unser Gelächter wurde überlaut! Da kam schliesslich der Höhepunkt des Stückes: „Sein oder NichtSein, das ist die Frage!“ Vorher kam es zwischen uns noch zu einem lautstarken Streit!: “Wieviele tote am Ende des Stückes wohl zu erwarten seien?“ Nun kann man sich vorstellen, daß die ernsten Worte des Helden Walter zu besonders witzigen Kommentaren anregten(für mich war es der schönste „Hamlet Monolog meines Lebens!) Aber dem Herrn in der Nebenloge wurde es endlich zu viel: „Werdet Ihr endlich still sein, Ihr Fratzen! Schrie er :“So junges unreifes Gemüse schickt man nicht in Hamlet!“ Das arme Fräulein verging vor Scham und wir verstummten wohlerzogen.-Wie diese prächtige Vorstellung zu Ende ging, weiß ich nicht mehr.-Ich erinnere mich nur, daß Walter mir wiederholt versprich, mich nach der Vorstellung nach Hause zu begleiten(welches Entzücken für mein verliebtes Herz) aber durch irgendeine Tücke des Geschickes wurde er daran verhindert! Als Theater Narr“ habe ich in meinem langen Leben noch viele „Hamlet Aufführungen“ gesehen-aber keine habe ich so genossen wie diese! Ob Walte sich noch daran erinnert? Und oben er seine künftigen Kinder wirklich „Liselotte“ Gras und Herz benannte, wie er es mir einmal versprach? Ich weißes nicht, denn unsere Wege trennten sich. Nicht ohne das Zutun meines langjährigen Jugendfreundes Karl Maria Heidt! Der hatte die liebe Gewohnheit, mir jeden Jüngling, der mir gefiel, auszutreiben! So wurde auch meine „zarte Liebe zu Walter Ku“ ein Opfer seiner boshaften Bemerkungen. Den letzten Dolchstoß erlitt aber meine Liebe“zu Walter Ku“als mir Karl ausführlich schilderte, wie bei seinem militärischen Einsatz in Belgien eine schöne, junge belgische Prinzessin in einem Landhaus mit Garten Walter in die „Geheimnisse  der Liebe“ einführte. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_K%C3%B6niginnen_von_Belgien EINE ANDERE ERINNERUNG AUS DER HAMLETZEIT „Wir“ verbrachten unsere Sonntagnachmittage in der Anastasias Grüngasse und vergnügten uns damit Lieder und Szenen aus Theaterstücken darzustellen und der Gegner mußte erraten, was es sein sollte. Ich sehe mich noch auf einem Kasten sitzend, mein langes Haar kämmend und Karl fuhr in  einer Kinderbadewanne, mit einem Kochlöffel rudernd an mir vorbeifahren (eine vollendende Loreley Darstellung) oder wie ich auf einem Bügelladen feierlich aufgebahrtes Ottokars Frau tot daliege.- Walter stürzte, erschüttert „Margarethe“ schreiend zu meinen Füßen nieder- leider war seine Erschütterung so groß, daß er mich dabei vom Bügelladen schmiß! Wie schön! Ob Walter sich noch an diese Vorfälle erinnert? Als ich mit Walter Ku noch in der Edelhofgasse Tennis spielte, war meine „liebe zu ihm“ noch so stark, daß ich ihm ein Herren Raket, das für mich viel zu groß und viel zu schwer war, um 16 Kronen abkaufte!!! Es lag noch jahrelang unbenützt in meinem Kasten und ich ärgerte mich jedesmal bei seinem Anblick! Über meine Dummheit!

  • BRIEFE VON 1954 AUS REITH IN TIROL

    Mein liebes, armes Vallychen!    Reith, 19.08.1954 Der Brief ist von Vally Heidt an meine Mutter Valerie, von ihrer Tante, der Schwester ihres Vaters, Karl M Heidt . Über Deinen lieben Brief vom 14. habe ich mich zwar einerseits sehr gefreut, bin aber doch sehr erschrocken, da ich keine Ahnung hatte, dass Du mit den Mandeln zu tun hattest. Nun ist ja das Ärgste überstanden und ich bin überzeugt, dass du Dich viel kräftiger und widerstandsfähiger fühlen wirst, als vorher. Unsere Karte mit dem Sturms habt Ihr ja sicher schon längst. Es war urgemütlich die beiden Tage mitsammen; einer voll Sonne, der zweite untermittelprächtig, aber doch so, dass wir was unternehmen konnten. Leider liegt die arme Tante Anna seit gestern mit einer leichten Venenentzündung; ich dränge darauf, dass sie einen Blauverband kriegt, dass man ohne Sorge sein kann.Aber es ist, so scheint es wirklich nur ganz leicht und auch der Arzt hat das so konstatiert. Nun danke ich Dir schön für die Übersendung des Schmähartikels über unsern Ahnherrn. Ich spüre aus Deinen Worten die Befremdung etc, was für ein Mensch er war. Ich kann dich da aber ganz beruhigen. Ich habe nach langem und ernsten  Studium seiner Biografie so gut herausgefunden, wie überhaupt möglich, was und wie er war. Soweit das Menschen anderer Generationen überhaupt können. So, wie ihn der Schmierer Siegfried Weyr hinstellt, war er durchaus nicht und kommt auch in keiner Andeutung seiner Zeitgenossen vor. Ich habe mich in meinem Artikel sehr bemüht, ohne Lobhudelei, aber natürlich auch ohne Gehässigkeit, von ihm zu sprechen und ist alles belegt, was ich geschrieben habe. https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Weyr Beiliegend auch ein anderer Artikel, habe keine Ahnung von wem, der ebenfalls sich mit Tatsachen begnügt und nicht, wie im Kurier bloss oder aber vor allem mit Sensationen aufgewartet, um der breiten Masse ein Vergnügen zu machen. Viele als wirklich aufgetischte Geschichten sind unwahr, aufgebauscht oder aber gar nicht ihm zuzuschreiben, sondern ein unverantwortliches Besudle eines Schmieranten der Zeilen schindet. # scheinbar letztklassigen „Blättern“ von damals entnommen und dazu erfunden; Hausmeisterklatsch und vollkommen unseriös. Ich habe eigentlich vor das Ganze einem Anwalt zu übergeben wegen Rufmord, aber hier sagen alle, ich soll dem Mistkerl nicht diese Freude machen; und eine Berichtigung erfolgt dann nur ganz kurz und klein und wir meistens übersehen in einer Zeitung. Auch sind viele Widersprüche, die auch bei flüchtigem Lesen auffallen. Eines aber kann er nicht leugnen, dass er der Urgrossvater, ein großartiger Theatermann war. Auch hätte die strenge und überkorrekte Erzherzogin Sophie, die Mutter von Kaiser Franz Josef, sich bestimmt nicht so für ihn eingesetzt, wenn er so ein Filou gewesen wäre. Spricht schon der Hinweis zu Beginn: 2Er war ein lediges Kind.“ (Was garnicht den Tatsachen entspricht, für die miserable Gesinnung des Journalisten, denn diese Tatsache könnte man doch schliesslich nicht ihm zur Last legen. Auch war er kein Hochstapler, wie im Titel behauptet wird; aber dann im Text sagt er weiter, dass sein Vater einer gewesen wäre und nicht er, was wiederum zu Missdeutungen führen kann. Richtig ist, daß seine Mutter eine Halbjüdin war (nicht erst er) So ein winziger Spritzer Judenblut aber ist, wie Sven Hedin https://de.wikipedia.org/wiki/Sven_Hedin sagt, bei dem es ebenso ist, nur von Vorteil, so wie Sauerteig im Blut und für Euch (Dich, Friedl und Karl) kaum mehr vorhanden : 1/64. Von Liesel hörte ich, dass Karl (der Bruder meiner Mutter Valerie auch ein Karl M. Heidt, der 3. nämlich) also seinen Doktor hat! Ist ja fein! Ist Mami zu ihm gefahren zur Promotion? Und wie geht es ihr mildem Bein? Ich lasse sie und Herrn Kopper recht herzlich grüßen. Alles Liebe und Herzliche und bitte gib mir gelegentlich in Wien die beiden Artikel wieder zurück, weil ich sie aufhebe. Deine Tante Vally Mehr über Valerie Reichert-Heidt: https://www.wikidata.org/wiki/Q95673489

  • DER RIDER KURTL R.I.P

    Kanaldeckel kann man nur von oben sehen.. Trotz Bedenken, der Gastgeberin und des Gastgebers fiel die Wahl der Verpflegung auf eine Buffetartige. So konnte man essen, was man wollte oder besser was geboten wurde. Rudi´s gefüllte Eier und die Roastbeefröllchen waren wie im Sternerestaurant, obwohl Marion nicht in die Küche durfte und auch im Alltag nie darf. Aber auch die Süßspeisen am Dessertbuffet waren von höchster Qualität und künstlerischem Dekor. Gut präsentiert auf einen ovalen Tisch, begleitet von unzähligen Fotos  von Familienmitglieder und anderen Personen in so vielen unterschiedlichen Rahmen und Rämchen. Niemand oder vielleicht fast niemand fragt nach den Personen auf Fotografien, die in fast jedem Haus in bunten Rahmen zu finden sind, Fabios Bild an der Wand, gleich neben dem neu veränderten Kamin, der davor ein offener  war und jetzt durch ein geschickt integrierte Fenster die Funktion eines Kachelofens übernommen hat, war in der Herrschaftsvilla in Dreistätten der erste Hinweis auf spannende Themen. Er solle doch dieses Bild öffentlich verbrennen, riet der Gast dem Gastgeber, um der Gesellschaft ein Thema zu geben. Die ehemalige Sowjetunion (UdSSR); die Abkürzung in kyrillischer Schrift „СССР“ entspricht in lateinischen Buchstaben „SSSR“ und steht für russisch Союз Советских Социалистических Республик, latinisiert Sojus Sowetskich Sozialistitscheskich Respublik‚ übersetzt „Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“ Da einigen der Hinweis nicht konkret genug ausfiel erklärte die Erklärung, daß auf dem Gullydeckel, der hier farblich abgezogen auf dem Papier dargestellt war, hatte die Buchstaben CCCP. Der Vorschlag zur  Verbrennung hat auch nicht jeder verstanden. EINE PRESSEMITTEILUNG Die Suche nach urbanen Erkennungszeichen prägen die Arbeit des 1955 in Spital a.D. geborenen Fabio Zolly. Filmisch festgehaltene Schatten von Flugzeugen und urbanen Gegenständen, Röntgenbilder von Reisekoffern oder Bilder von Kanaldeckel aus verschiedenen Städten der Welt verweisen in den Arbeiten von Fabio Zolly auf die Mobilität unserer Gesellschaft. Sie stehen symbolhaft für ein transitorisches Dasein zwischen den Orten und deren Wahrnehmung. Im Ver Sacrum Zimmer der Secession zeigt Fabio Zolly seine neueste Videoarbeit. Die Ausstellung wird von einer Broschüre in englischer und deutscher Sprache begleitet. Quelle: https://kunstaspekte.art/event/fabio-zolly-1998-09 https://www.artnet.de/k%c3%bcnstler/fabio-zolly/biografie https://fabiozolly.wordpress.com/ https://www.basis-wien.at/db/event/94831;jsessionid=66EEC1255FD61CB0972C2BDD9EFF7943 Nachdem dem Kennenlernen und Essen verteilten sich die Personen in den Räumlichkeiten oder auf der offenen Veranda. Die Terrassentüre lies sich ungern bitten sich zu öffnen und schreckte mehrmals die Unterhaltung. Leider hatte sich beim letzten Sturm ein Baum direkt auf die Veranda fallen lassen und riß dabei die halbe Terrassenabgrenzung in die Tiefe. Zum Glück hatte sich niemand angelehnt, der eventuell zu viel Gewicht in die falsche Richtung drücken hätte können. https://www.basis-wien.at/db/event/94831;jsessionid=66EEC1255FD61CB0972C2BDD9EFF7943 https://www.bronzefigurenkaufen.de/tierfiguren/hirsch-reh-figuren/ Trotzdem lies sich der lebensgroße Bronzehirsch nicht stören und zeigte stolz, wie immer seine Frisur. Einige Zeit später fiel auf, daß sich Männer und Frauen aufgeteilt hatten, bis auf wenige Ausnahmen bliebe es den Abend dabei. Die Gruppe Herren im Esszimmer diskutierte, was ich aus einem ständigen gleichbleibenden, akkustisch männlichen Geräusch im Hintergrund interpretierte und im Salon, gemütlich vor diesem  geschlossenen offenen Kamin die Gruppe Damen. Und dann war er plötzlich da. Der Rider Kurtl, der verstorbene Mann von Jolandas Schwester. Der, dem der Fritz vor Jahrzehnten das heiße gelbe BMW Alu Coupee verkauft hat. Er hatte gutes getan und böses, wie wir heute erfahren sollten. Karin, die älteste Freundin von Jolanda erzählte, daß er ihr geholfen hat und mit einem Tipp zur richtigen Person konnte sie ihre berufliche Karriere beginnen. Und in Folge Ihr Leben leben so wie heute. Sie wird ihn nicht vergessen. Trotzdem gibt es von Jolanda auch die traurige Erinnerung an einen versuchten sexuellen Übergriff im Nebenzimmer der verheirateten Schwester. Dies ist leider auch geschehen und kann nicht vergessen werden. Dies war ein schöner, guter Abend mit Menschen, die sich respektieren. Die gerne Ihre Geschichten erzählen und zuhören können. Wir freuen uns auf mehr Gespräche über das was das Leben schreibt und welche Themen und beschäftigen. In einer weiteren Runde, an einem neuen Tag, an einem anderen Ort und mit allen dieser tollen Menschen, denen wir in unserem Leben begegnen dürfen.

  • AUS DEM BUCH KASSANDRA

    Von meinem Urgroßvater Karl Maria Heidt (15. 1. 1866 Genf – 2. 3. 1901 Wien) https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/person_16032.html https://books.google.at/books/about/Das_buch_Kassandra.html?id=SOxUAAAAYAAJ&redir_esc=y Auf Erden zeigen Wunder sich und Zeichen, Ihr aber schliesst das Auge, schliesst das Ohr, Ein Heer von Wettern türmt sich hoch empor:-O träumt nur fort! Es wird Euch auch erreichen. Schon seh ich eure Antlitz jäh erbleichen, Erdröhnend führt der ehern Hammer Tor,„Die Welt zerfällt!“ brüllt rings ein wüster Chor, Und schaudernd schreit ich über Menschenleichen. Das ist der Tag, den ihr heraufbeschworen, Die ihr euch heute noch des Taumels freut, Die ihr der Menschheit ewig bleibt verloren. O träumt nur fort! Ich seh die Säule sinken, Die euch Verächtern letzten Halt noch beut, UND AUS DEM SCHUTT NEUE WELTEN WINKEN! #Deutsch#indonesien#natur#umwelt#heidt#österreich#literatur#

  • ....FORTSETZUNG • ANSCHLUß AN DEUTSCHLAND TEIL 2

    WÄHREND DER MONARCHIE • TEIL 1 ....Die Arbeitslosigkeit in Österreich wurde immer größer. Als Reinhold 1936 sein Diplom als Ingenieur erhielt, fand er in Wien keine Anstellung, aber in München bekam er sofort in einer großen Firma SAGER und WOERNER eine gute Stelle, obwohl er der NSDAP noch nicht beigetreten war. Wikipedia weiß dies: https://de.wikipedia.org/wiki/Sager_%26_Woerner Sein Freund Heinz Weinstein konnte als Jude Reinholds Beispiel nicht folgen und mußte als Diplom Ingenieur eine staubsaugervertretung annehmen. Mein Cousin Ludwig blieb nach wie vor arbeitslos. Mein Cousin Friedl Keppert, Diplom architekt, wanderte als engagierter Nazi sogar kurze Zeit ins Untersuchungsgefängnis auf der Rossauer Lände. Im Herbst 1937, als ich reinhold in Berlin besuchte, es war der sommer, in dem infolge der 1.000 Mark sperre fast keine Fremden in Mittersill waren, traf ich im Zug zufällig meinen Jugendfreund Hermann, den ich vor 14 Jahren verlassen hatte. Er war natürlich begeisteter Nazi und illegales Mitglied der NSDAP! Er war Diplom Ingenieur für Maschinenbau, hatte auch eine passende Anstellung gefunden und war Vertreter für Daimler Wagen! https://de.wikipedia.org/wiki/Daimler-Reitwagen#:~:text=Der%20Daimler%2DReitwagen%20war%20das,Daimler%20und%20Wilhelm%20Maybach%20konstruiert. Der März 1938, die Zeit des Anschlusses an Deutschland, kam immer näher. Knapp vorher sollte eine Volksabstimmung stattfinden, in der wir Lehrer als öffentliche Beamte uns für Österreich entscheiden sollten! Noch dazuwurde von uns verlangt, daß nicht nur wir, sondern auch unsere ehepartner der vaterländischen Front beitreten! So ein ansinnen konnte ich Fritz auf keinen Fall stellen! Was blieb mir übrig? Ich meldete ihn heimlich an und fälschte seine Unterschrift! Ich mußte doch mit meinem Verdienst die Familie erhalten. Die Vaterländische Front (abgekürzt VF) war die Einheitspartei in Österreich zur Zeit des autoritären Ständestaats. Sie wurde im Mai 1933 von der Bundesregierung unter Führung von Engelbert Dollfuß gegründet. https://de.wikipedia.org/wiki/Vaterl%C3%A4ndische_Front#:~:text=Die%20Vaterl%C3%A4ndische%20Front%20(abgek%C3%BCrzt%20VF,F%C3%BChrung%20von%20Engelbert%20Dollfu%C3%9F%20gegr%C3%BCndet. Kurz vor der Volksabstimmung kam aber der Anschluß! 13.MÄRZ 1938 Es wäre eine Lüge zu behaupten, der Anschluß an Deutschland wäre nicht vom größten Teil des österreichischen Volkes jubelnd begrüßt worden! Beeindruckend für mich waren aber auch Schuschniggs letzte Worte:"Gott schütze Österreich" https://de.wikipedia.org/wiki/Anschluss_%C3%96sterreichs Sogar meine liebe Mutter eilte noch um 10 Uhr nachts in Begleitung Annis auf den rathausplatz, um den Jubel mitzuerleben! Fritz war an der Seite seiner SA Männer bei irgend einer Absperrung tätig und zog sich dabei eine Fußverletzung zu, sodaß er die nächsten acht Tage im Bett verbringen konnte! Selbstverständlich waren wir alle dabei, als Hitler am Heldenplatz seine Begrüßungsrede hielt. Sämtliche Bäume und die zwei Reiterdenkmale waren von Begeisterten dicht besetzt! Auf dem Heldenplatz stand eine ungeheure Menge Mann an Mann! Am nächsten Tag war auf der Ringstraße eine Heeresschau zu sehen. Da ich gegen Waffen immer eine abneigung hatte ging ich nicht hin. Ich will nur erzählen, wie sich der Anschluß in meinem Bekanntenkreis auswirkte. Fritz erhielt seine Anstellung zurück und da der Mann meiner Freundin Paula Neidhart als Illegaler sofort Bezirksschulinspektor wurde und im Stadtschulrat sofort großen Einfluß hatte, bot er Fritz eine stelle als Hauptschullehrer für Englisch an, Fritz hätte nur eine Prüfung nachzuholen! (Fritz aber machte grundsätzlich keine Prüfungen-trotz seines großen Wissens!) Aber noch war Fritz begeisteter Nazi! Im Mai wurde er als illegaler SAMANN (Bedeutungen: [1] Nationalsozialismus: Angehöriger der Sturmabteilung, einer paramilitärischen Truppe der NSDAP. Herkunft: Determinativkompositum aus der Abkürzung SA, einem Bindestrich - und dem Substantiv Mann) auf 14 Tage nach Iserloh eingeladen, im Sommer war er eine Woche beim Sängerfest in Stuttgart und -wie könnte es anders sein? Ende August beim Parteitag in Nürnberg. https://de.wiktionary.org/wiki/SA-Mann#:~:text=Bedeutungen%3A,Bindestrich%20%2D%20und%20dem%20Substantiv%20Mann Da die Unterschrift des Vaters nun genügte, um die Religion des Kindes zu ändern, wurde Traudi evangelisch. Ich widersetzte mich nicht. Nur eines gelang ihm nicht: mich zu überreden, der NSDAP beizutreten! Er hatte es schon während der Verbotszeit immer wieder versucht, aber da blieb ich hart! Als Lehrer mußten nun Fritz und ich einen Arier-Nachweis (Eltern und Großeltern mußten rein arisch sein) erbringen. Wir legten einen Ahnenpaß an und übergaben die notwendigen Dokumente dem Stadtschulrat. Den Ahnenpaß anzulegen machte mir großes Vergnügen. Ich schrib an entlegene Pfarren in Niederösterreich und Böhmen (CSR) und erhielt auch die abschriften einiger Taufscheine meiner Ur- und Ururgroßeltern! das älteste Dokument reichte bis 1750! HILDE: Zu allersrst hatten wir drei Wochen Ferien, die ich mit Traudi und Mama im Kamptal bei Onkel rudi verbrachte. Fritz hatte Anni zu seiner Betreuung. In meiner Schule waren deutsche Soldaten einquartiert. Als ich nach drei Wochen mein Klassenzimmer wieder betrat, erlitt ich einen Schock. Ich hatte an der Wand ein Plakat hängen: Eine schöne Landschaft mit dem Text unserer Bundeshymna von Ottokar Kernstock https://ottokarkernstock.at/die-kernstock-hymne/ "Sei gesegnet ohne Ende, Heimaterde wunderhold!" Es war dick verschmiert und "JUDENSAU" darübergeschrieben! Dies wurde gestrichen Laßt, durch keinen Zwist geschieden, Uns nach einem Ziele schau’n, Laßt in Eintracht und in Frieden Uns am Heil der Zukunft bau’n! Uns’res Volkes starke JugendWerde ihren Ahnen gleich, Sei gesegnet, Heimaterde,Gott mit dir, mein Österreich! Nun, das erhöhte meine Liebe zu den "deutschen" Brüdern nicht. Da Fritz mit seiner SA völlig ausgelastet war, hatte ich viel Zeit und konnte mit Hermann eine schöne Reise durch Deutschland machen. In der schule blieb vorerst alles unverändert, da mein Direktor so wie ich parteilos war. An einigen Schulen wurde natürlich, so wie 1934, die direktion umgetauscht. jetzt wurden die "Schwarzen" gegen "Braune" vertauscht. ich betreute meine jüdischen Schüler genau so liebevoll wie bisher. Aber im Herbst 1938 kamen plötzlich alle jüdischen Schüler in eine eigene Schule und meine Klasse wurde leider mit anderen Schülern, die nicht so gut und fleißig waren wie meine kleinen Juden, wieder aufgefüllt! Da auch die Schule in der Grüntorgasse wieder rein arisch war, durfte Traudi die 4. Klasse in der Schubertschule besuchen.

  • DIE KAISERLICHE SPIEGELFABRIK UND DIE ROLLSCHUHHALLE

    Nicht weit von Wien befindet sich Neuhaus. Im Wienerwald zwischen Berndorf und Alland liegt idyllisch versteckt ein Ort mit einem Flair aus vergangener Zeit. Neuhaus liegt auf der Via Sacra, dem Pilgerweg nach Mariazell. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Ein bedeutender Besitzer dieser Burg war Hans Christoph von Wolzogen, der die Burg zum Schloss erweitern ließ. 1610-1612 ließ er eine romanische Kapelle mit Familiengruft erbauen. Er sollte das Postwesen in Ostösterreich ausbauen. Auf der Burg saß auch das Landesgericht. Während der osmanischen Kriege 1683 wurde die romanische Pfarre zerstört. Kaiser Karl VI ließ die Burg 1726 wieder aufbauen und darin eine Spiegelfabrik eröffnen. von Heinrich Ritter von Srbik . Die Venezianer Franz Brotti und Jakob Miori produzierten hier Spiegel, die überregionale Bedeutung erlangten. Der Venezianer Giacomo Miori : https://www.wikitree.com/wiki/Miori-3#Ancestors Bis Anfang des 19. Jahrhunderts produzierte man hier sogar für Schloss Schönbrunn. Später gelangte es bis 1941 in den Besitz der Familie Wimpffen. Während des 2. Weltkriegs konnte sich die Bevölkerung in die Kellerräume flüchten. 1945 wurde die Kirche und die Burg zerstört, nach dem Krieg aber wieder aufgebaut. Unterhalb der Burg befand sich das 1895 von Graf von Wimpffen errichtete Kurhotel Stefanie, benannt nach der Kronprinzessin. Um den großen Andrang an Kurgästen und Badebegeisterten abzufangen, wurden mehrere Hotels erbaut. Um die Kurgäste bei Laune zu halten konnte man eine Rodelbahn am Peilstein oder eine Rollschuhhalle vor dem Kurhotel d’Orange besuchen. Unter den Gästen befand sich nicht nur der Kaiser, auch einige Erzherzoge besuchten Neuhaus. Der kaiserliche Hof weilte hier als Gäste des Grafen von Wimpffen. 1911 wurde das Kurhotel d’Orange eröffnet. Mit dem Ausbruch des 1.Weltkriegs endete der Zustrom zu diesem mondänen Ort, und wurde dem Verfall preisgegeben. Einen Ausflug dorthin lohnt sich, das verfallene Hotel Stefanie sieht noch immer bezaubernd aus, und auch der kleine Spaziergang zur Burg bietet einen netten Ausflug. #wien #wienerwald #monarchie #kurort #kur #neuhaus #Kaiser #stefanie #kaiser #karlvi #spiegelfabrik #burg Source: Fotos von M. Schwarz, Postkarte von Verlag Wenninger, 1914, ONB. Weitere Quellen :https://www.facebook.com/kapuzinergruft https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Srbik https://geschichte.univie.ac.at/de/personen/heinrich-ritter-von-srbik

  • "MAN MÜßTE VIOLINE SPIELEN KÖNNEN

    wer Violine spielt, hat Glück bei den Frauen..." Als Sohn eines Altösterreichischen Bürgerhauses lernte Karl selbstverständlich Violinspielen. Es war an einem Sonntag Nachmittag, ich verbrachte ihn wie üblich in der Anastasius Grüngasse, da sagte Karls Mutter, meine lieber Tante Valerie, zu uns: "Karl, du spelst doch schon recht gut Violine, und Du, Hilde spielst doch Klavier, wollt Ihr nicht einmal gemeinsam eine Mozart Sonate probieren?". Karl M. Heidt Oh weh! Ich glaube Karl war 15 oder 16, ich 13 oder 14 jahre alt und wir waren beide von diesem auftrag keineswegs entzückt, aber wir waren autoritär erzogen, folgsame Kinder und so holte Karl seufzend seine Geige und ich setzte mich heimlich murrent ans Klavier und schlug die Noten, die mir Tante Valerie reichte auf. Seltsamerweise legte sich der kleine, wirklich musokalische Gottfried sofort zu meinen Füßenauf die Erde und erklärte: "Ich werde das pedal bedienen, und Hilde versteht das ja doch nicht richtig." Nun, mir war schon alles egal. Aber was nun begann muß schrecklich gewesen sein! Karl spielte ebenso schlecht Violine wie ich Klavier! (Ich übte ja nur selten und von Karl hatte seine Kusine Hilde K einmal sogar boshaft behauptet, er spiele gerne "in Falsch")Zum Glück verschleierte Gottfried unser Spiel dadurch, daß er das Pedal dauernd benützte, so daß Tante Valerie trotz allem ergriffen lauschte. Karl und ich "arbeiteten" verbissen und mit letzter Kraft.- Als ich ganz zufällig gleichzeitig das Ende des ersten Satzes erreicht hatten, schmiß Karl seine Geige hin, ich schloß das Klavier und wir sanken uns spaßhalber demonstrativ in die Arme und schworen bei allen Göttern: "Nie wieder!" Wir hielten diesen Schwur. Tante Valerie

  • OSTERN IN TADSCHIKISTAN

    Wir fuhren über die  schmale Landstrasse voller blühender Kirschbäume, bis ins Kartoffelland, der  Wahlheimat von Fabio, Zolly, dem Kärtner Künstler Bei sehr warmen Wetter begrüßten uns Jolanda im Dirndl und Fabio in einer österreichischen österlichen Lederhose. Fabio und ein großartiges und liebevoll künstlerisch arrangiertes Oster Buffet empfing uns auf dem Tisch im Esszimmer. Gemütlich und entspannt fand die Gruppe des Nachmittag zusammen. Peter, der Bruder von Fabio und seine entzückenden Frau Gabriele von der Grenzkontrolle im Burgenland. Georg, der ehemalige Philharmoniker und Weltumreisende, Gernot der frühere und Exfreund von Jolanda. Der noch immer seine große Liebe im Herzen trägt. Karin und Cornelius, die langjährige Freundin Jolandas und ihr Erwachsenenpädagoge, wenn ich die Übersetzung seines Berufes richtig verstanden habe. Aber das weiß der Notto sicher besser. Es fing mit der Beschreibung einer Bluse an. Die weiße Bluse mit zwei großen, schwarzen Punkten und einem roten am Ärmel. Jolandas damaliges Outfit für den Abend mit Notto. Es war einmal im Nachtleben von Wien. Ein Lokal, neben anderen, wie der Loosbar, dem Havelka, der Camera Obscura. Das 66 er am Wiener Naschmarkt. Dort wo sich in den 70ern Männer, Halunken und Strizzis der Stadt  auch nach einer Nacht noch in der frühen Früh treffen konnten, um doch noch beweisen zu können, wer der Stärkere ist. Zeiten in denen Männer ihre Männlichkeit mit Fäusten und Provokationen zeigen wollten. Es waren diejenigen die heute anders denken, diejenigen die heute erkennen, was Unsicherheit und mangelndes Selbstwertgefühl hervorbringen können. Dort wo Aggressionen eine Bühne gegeben wird. Unsere berauschende Jolanda, die, die Männern schon immer den Kopf verdrehen konnte, hatte wissend oder unwissend, MANN weiß es nicht so genau ;) als wunderschöne FRAU in der damaligen Zeit den Männern die Stirn geboten. Ich wünschte ich würde mich an jeden einzelnen Satz erinnern, der gestern Abend gefallen ist. Es tauchten Erinnerungen auf und wir fühlten es und uns, wie früher, wenn sich eine Gruppe gefunden hatte, in der sich jedes Individuum integrieren kann und sich einem respektvollen Umgang sicher sein konnte. Der für die Jahreszeit sehr warme Wind erfüllte die Atmosphäre und liess uns, wie in einem Raumschiff durch die Zeiten schweben, sodaß dem ein oder anderen der Gedanke durch den Kopf ging, was geschieht hier eigentlich? Trotz späterem Kälteinfall mit heftigen Windböen blieben wir auf der großzügigen Terrasse sitzen und ließen uns Ideen für die Renovierung einfallen. Ein Baum war auf das Geländer gestürzt und hat es zerstört. Zwischendurch verschwand Notto in seinen schulischen und beruflichen Erlebnissen von seinem Verweis als Schüler aus dem Kollegium Kalksburg und seiner späteren Wiedereinstellung im Erwachsenenalter als Erzieher bis zu einem Job in den 70ern im Undergroundlokal 66er am Wiener Naschmarkt. Neben lebendig beschriebenen Schlägereiszenen im Lokal und auf der Kärtnerstrasse, an die sich nicht nur eine Person von unserer Runde erinnerte und erzählen konnte, überkam ihn und vielleicht auch andere die späte, vielleicht auch frühe, je nachdem von welcher Seite aus betrachtete, Einsicht, daß dies eben nur aus Unsicherheit und falsch interpretierte Wichtigtuerei geschehen ist. Dabei erwischte es ihn zusätzlich, sich im Wissen über die griechische Sprache in Szene zu setzen, was vielleicht kurzfristig die Zuhörer staunen ließ, aber dann doch wieder vergessen wurde, weil die meisten kein Griechisch konnten. Und mit Lateinischen Zitaten aus Ovid kamen wir auch nicht weiter. Fest steht, daß Jolanda den Männer immer genau das sagt, was sie denkt und Männer glaubten und glauben vielleicht bis heute, sie hat nicht nachgedacht. Was für ein verdrehte Welt, die sich im Alter offenbart, wenn wir von der anderen Seite aus erkennen. Und wir fahren nach Tadschikistan https://wedesigntrips.com/de/i/tadschikistan-highlights Tadschikistan - ein Land, das unglaublich reich an Natur, Kultur und freundlichen Menschen ist. Während wunderschöne Seen und farbenfrohe Gebirgszüge ein wahres Eldorado für Wander- und Trekkingbegeisterte sind, kommen Kulturfreunde entlang der Seidenstraße voll auf ihre Kosten. Fabios Sohn wird uns die Schönheiten dieses Landes zeigen und näherbringend können.  Und der Abend war noch nicht zu Ende. Notto wollte wirklich mit seinem Rad nach Hause fahren. Bis nach Wopfing. Betrunken und als es schon richtig dunkel war. In den Ort, der für Beton bekannt ist. Wir kannten ihn nicht. Damit er in seinem Bett seinen inzwischen mit Gurktaler gedopten Rausch ausschlafen konnte, brachten Fritz und ich ihn am Heimweg nach Hause. Jolanda oder Fabio würden ihn am nächsten Tag abholen, damit er sein e-Bike wieder bekommt. Wie in einem Film erreichten wir plötzlich das hell beleuchtete Betonwerk,t mitten im wunderschönen grünen, zu dieser Jahreszeit wild blühenden Wopfing Tal. Wopfing ist ein Ort im Piestingtal und als Ortschaft und Katastralgemeinde Teil der Marktgemeinde Waldegg im Bezirk Wiener Neustadt-Land in Niederösterreich. Völlig unwirklich, wie  in einer femden Welt  zog uns die Dunkelheit mit tausend Lichtern über die Straße.  Wir haben seine heftige Kritik und Missfallen an Betonwerken, die Wälder verdrängen und für die Versiegelung des Boden verantwortlich sind verstanden, ließen Notto aussteigen, machten schnell kehrt und wir fuhren in unsere Richtung.  Voll mit Energie  und trunken von Erinnerungen der letzten Stunden.

  • MITTELPUNKT DES LITERARISCHEN KREISES

    KAPITEL 1. 1906. Aus einem Brief an Liesl von Hilde. Da ich außer Dir, liebe Liesl, die einzige noch lebende Person bin, die Valerie ( Hauser, verwitwete Heidt, später Valerie Madjera) gekannt und geliebt hat, will ich versuchen, meine Erinnerungen an diese wunderbare Frau für Dich aufzuschreiben. Dein Vater Dr. Wolfgang Madjera, kannte meine Mutter schon, als er noch mit seiner ersten Frau Laura verheiratet war. Meine Mutter Christinewar noch unvermählt und als Wirtstochter im Gasthof zum "Goldenen Stern" in der Vorderbrühl der Mittelpunkt des literarischen Kreises der damaligen Zeit. Arthur Schnitzler, Hugo von Hoffmannsthal, Paul Wilhelm, Hermann Bahr, zählten zu ihren Bewunderern und Dein Vater kam mit seiner Frau Laura auch gerne in die Vorderbrühl zu Christine und zählte bald zu ihren Verehrern. Hermann Bahr • Arthur Schnitzler • Hugo von Hoffmannsthal Aber die Zeit stand nicht still. Christine heiratete, Deines Vaters erste Frau Laura starb und er heiratete bald zum zweiten Mal Valerie, die Tochter des reichen Steinmetzes Hauser. Eduard Hauser, Vater von Valerie Sie war Witwe nach Dr. Karl Maria Heidt und brachte zwei Kinder, Karl und Vally, mit in die Ehe. Dr. Karl Maria Heindt • Dr. Wolfgang Madjera Die Verbindung der Familie Madjera zu meinen Eltern blieb lose aufrecht, beschränkte sich aber vorerst auf einige gegenseitige Besuche während des Jahres. Und nun beginnt meine älteste Erinnerung an deine liebe Mutter. Es war im Vorfrühling des jahres 1908. Tante Valerie, so durfte ich Deine liebe Mutter nennen, war bei uns zu Besuch. Sie saß mit meiner Mutter im Speisezimmer am großen Tisch, sie tranken Tee, aßen belegte Brötchen und waren in eine angeregte Unterhaltung vertieft. Ich, ein neunjähriges Mädchen, lag im Nebenzimmer auf dem Teppich, scheinbar lesend, in wirklichkeit aber fasziniert der Unterhaltung lauschend. Gefiel mir doch Deine liebe Mutter ausnehmend! Sie war so schön und elegant, eine richtige Dame! Und was erlauschte ich da? Tante Valerie erwartete ihr fünftes Kind! Zwei Buben, Heini und Gottfried, hatte sie in ihrer neuen Ehe zu Karl und Vally noch dazubekommen! (Da meine Mutter, als ich 6 Jahre alt war, bei einer Frühgeburt einen Sohn verloren hatte, war ich völlig aufgeklärt und verstand jedes Wort.) Große Freude bei den Damen! Ich konnte leider nur in Gedanken an den Glückwünschen meiner Mutter teilnehmen. Aber Du siehst, ich wußte schon vor Deiner Geburt von Deiner Existenz! Nun stand auf unserer altdeutschen Kredenz eine schöne Sachertorte, die mir schon lange ins Auge stach. leider vergaß meine Mutter, sie anzubieten! Sollte ich sie nicht darauf aufmerksam machen? Aber wie? Da löste Tante Valerie das Problem: "Sag`, Christine, steht die schöne Torte nur zum Anschauen dort?" fragte sie lachend. "Um Gottes Willen", rief meine Mutter ganz erschrocken und holte die Torte, " auf die hab ich ganz vergessen! entschuldige, bitte!" Und die gute Tante Valerie sorgte auch dafür, daß ich ein Stück von der begehrten Köstlichkeit erhielt. Meine zweite Erinnerung: Sommer 1909 Stallegg. An einem heißen Sommertag steht plötzlich gegen Mittag Tante Valerie vor unserer Tür, an der Hand die kleine Vally. Wieso weiß ich nicht mehr . Große Freude! Zum Glück hatte meine Mutter von einer Freundin, die eine Jagd besaß, Rebhhühner geschickt bekommen! Unser Mädchen konnte für uns also ein Festmahl bereiten. Damals hatte ich bereits einen kleinen Bruder. Er hieß Holdi, lag im Kinderwagerl, war erst ein paar Wochen alt und völlig uninteressant. Nach dem Essen spielte ich mit Vally, und die Mütter hatten sich, wie immer viel zu erzählen. Da sagte Tante Valerie: "Christine, es ist so ein schöner Tag. könnte ich nicht schwimmen gehen, der Kamp soll ja so warm sein?" Natürlich kannst Du, ich borge dir mein Schwimmkleid und Hilde hat zwei Hosen, die kann Vally eine borgen. Ich schaue euch lieber nur zu." Gesagt, getan. Wir gingen zum Kamp, wo eine kleine Badehütte stand. Tante Valerie zog Mamas lächerliches Badekostüm an, es war, der damaligen Mode entsprechend ein kompletter Anzug, für heutige Begriffe undenkbar! Ich hatte zwei wunderschöne rote Badehosen und wollte Vally eine davon geben, meine hatte ich ja rasch an, aber zu meinem grenzenlosen Erstaunen weigerte sich Vally, "nur" mit einer Hose ohne Oberteil ins Wasser zu gehen, sie fand "unschicklich", was mir selbstverständlich schien. Nun sie besuchte eine Klosterschule! Sie tat mir so leid, daß ich es bis heute nicht vergessen habe.-Tante Valerie und ich gingen gleich ins Wasser und schwammen lustig umher. Sie war dabei genauso lustig anzusehen, wie meine Mutter, die schwamm auch wie ein Schwan! den Kopf und einen Teil der Brust ganz aus dem Wasser ragend, mit ganz regelmäßigen Tempi- ein einmaliger Anblick! Aber daß unsere Mütter schwimmen konnten, war für die damalige Zeit bemerkenswert! Was an diesem Tag weiter geschah, habe ich vergessen, aber ich denke gerne an diesen Tag zurück. Den nächsten Sommer verbrachten wir in Weyer, aber 1911 kehrten wir reuig nach Stallegg zurück. Und da begann die innige Freundschaft unserer Familien, als Tante Valerie mit Kind und Kegel vier Wochen in Rosenburg verbrachte und uns täglich besuchte. Kind und Kegel bestand aus Karl, Vally, Heini, Gottfried und der kleinen Liesl, die ein Jahr älter war als mein kleiner Bruder Reinhold. Obwohl die Kinder von einem netten Kinderfräulein beaufsichtigt waren, verbreiteten Heini und Gottfried nur Schrecken! Was sie alles angestellt haben.........Kapitel 2

  • SÄBEL UND FISOLEN

    KAPITEL 2 .....obwohl die Kinder von einem netten Kinderfräulein beaufsichtigt wurden, verbreiteten Heini und Gottfried nur Schrecken! Sie stürzten von Misthaufen in den Schweinestall und mußten daraus wieder befreit werden, sie ruinierten durch endloses Pumpen unseren Brunnen, der im Hof stand, zerbrachen unsere sämtlichen Wassergläser beim ständigen trinken, sie quälten heimlich meinen kleinen Bruder, und wenn er schrie, sagten sie, er sei eine Knautschen. Sie jagten die Hühner, daß sie sogar auf den gedeckten Jausentisch flogen, brachen vom Apfelbaum einen Ast ab, schüttelten den Birnbaum im Hof so lange bis keine Birne mehr drauf war, und so fort... Karl verprügelte sie ab und zu, erreichte aber keine Besserung sondern nur ohrenbetäubendes Kampfgeschrei! Wie nezz sie dann unter Tante Valeries Anleitung den Namestag meiner Mutter Christine feierten, und dabei alle zerbrochenen Wassergläser, gefüllt mit kleinen Aufmerksamkeiten, ersetzten, habe ich Dir ja bereits geschicldert. Daß der kleine, wilde Gottfried dabei den "Handschuh" so eindrucksvoll deklamierte, mußte man ihm hoch anrechnen. Sicher auch ein Verdienst Deiner lieben Mutter!- Von nun an waren also unsere Familien eng verbunden. Wir verbrachten alle Sommer gemeinsam und pflegten auch im Winter regen Verkehr. Wenn ich an Deine liebe Mutter zurückdenke, so leuchten einige Erinnerungsbilder vor mir auf: Zum Beispiel Hohenberg, wo wir den Sommer 1916 gemeinsam verbrachten. Ich sehe uns alle in dem kleinen Garten vor Eurem Haus versammelt. Deine Mutter hat eine Schüssel Fisolen und ein kleines Brett vor sich stehen und istbemühlt die Fisolen zu putzen und klein zu schneiden. Quelltext und Niederschrift von Madjera: "Gedenkblat zur Erinnerung an Seine k.u.k.Hoheit den durchlauchtigsten Herrn Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand und höchstseine Gemahlin, die durchlauchtige Frau Herzogin Sophie von Hohenberg, 28. Juni 1914. Der Wiener Schuljugend gewidmet vom Gemeinderate der k.k.Reichshaupt- und Residenzstadt Wien" Zu Ihrem Entsetzen und zu unserer Freude will sie Karl, mein herrlicher Held, der sich gerade auf Kriegsurlaub befindet, mit seinem Säbel dabei unterstützen! Da schiebt sie die Schüssel von sich und sagt: "Schluß jetzt! Jetzt lernen wir ein neues Lied!" Als gute Mutter, die sich wirklich um ihre Kinder kümmerte, hatte sie nämlich mit ihnen einen kleinen Gesangsverein gebildet. Das konnte sie leicht, denn sie hatte ja musikalische Kinder! Du, liebe Liesl, konntest zu jedem Lied sofort die zweite Strophe singen und Gottfried auf Anhieb die dritte! Nun zieht also Tante Valerie ein kleines Büchlein aus der Schürzentasche, blättert darin und entscheidet sich für das Lied: "Lauf, Jäger, lauf, lauf, lauf!" ( Ich habe keine Ahnung mehr davon.) Bald hat sie es mit uns einstudiert und zu ihrer großen Zufriedenheit ertönt es nun tagelang durch die Gegend. Eine andere Erinnerung taucht vor mir auf: Unsere "Garser Kirchgänge". damals wohntet Ihr in Kammegg in der Pfarrer Villa. Sonntag früh zwang ich den kleinen Holdi, mich zu begleiten, um mit Euch nach Gars in die Kirche zu gehen. Gerne ging er nicht mit, er schimpft heute noch darüber, daß ich ihn damals mitgeschleppt habe. Wir holten also Tante Valerie und ihre blühende Kinderschar ab und zogend lachend und lärmend nach Gars in die Kirche. https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Gars_am_Kamp Dort mußten wir uns eine Stunde lang gesittet benehmen. Darüber beklagt sich Reinhold besonders, denn er wußte nie, wann er knien, sitzen oder aufstehen mußte. (Man ersieht daraus, daß wir nicht so fromm erzogen waren, wie Tante Valeries Kinder.) Doch nach der Messe begann unser Vergnügen: Auf dem Kirchenplatz gab es kleine Standeln und Tante Valerie kaufte Leckerbissen und verteilte sie unter uns Kindern! Wir umringten sie dankbar und laut. Dann trieb sie die Kinder wieder Heim. Karl, Vally und ich gingen noch auf die Thunauer Ruine und ich glaube, daß ich nur Karls wegen, mit dem ich so innig befreundet war, an diesen Kirchgängen teilnahm. Tante Valerie kümmerte sich aber auch um das Liebesleben Ihrer heranwachsenden Töchter. sie führte uns z.B.: einige Male am abend nach Gars ins Kaffeehaus, wo wir uns mit jungen Männern unterhalten konnten. Einmal fuhr sie mit Vally und mir nach horn, wo wir ein lustiges Theaterstück sahen, zu dem uns ein Holländer, Baron von Sikkingen, eingeladen hatte. Nach der Vorstellung mußten wir mitten in der Nacht von Horn zu Fuß nach hause gehen. Ich sehe mich noch an der Seite von Tante Valerie auf der Straße von Horn nach Rosenburg dahin wandeln! Das "junge Paar" ( er hatte schon weiße Haare) ließen wir vorausgehen und wir unterhielten uns wie gute Freundinnen über Vallys Zukunft. Tante Valerie wollte sie unbedingt gut verheiraten, sie meinte, für Vally sei das das richtige, ich hätte das nicht so notwendig, ich war ja bereits Lehrerin und außerdem hoffte sie im geheimen, aus mir und Karl würde einmal ein Paar. KAPITEL1 .......und so gehts weiter..... KAPITEL 3

  • EIN BEEFSTEAK GEGEN LIEBESKUMMER

    KAPITEL 3- Nur so kann man es verstehen, daß sie einwilligte, als Vally Franz Reichert, der um si viel älter war als sie und als Witwer drei Kinder in die Ehe brachte, heiratete. Obwohl Franz Reichert ein sehr lieber Mensch war, haben unsere Freunde und ich das nie vertsanden. Baron v. Sikkingen machte damals Vally zwar den Hof, dachte aber nicht im Geringsten an Ehe. Jahre später traf ich ihn einmal mit seiner holländischen frau in Mittersill beim Bräurup und verbrachte mit ihm und meinem Mann angenehme Stunden. Doch damals beendeten wir sehr vergnügt unsere nächtliche Wanderung. Tante Valerie versäumte es auch nicht, uns gute Ratschläge zu geben: "Mädchen haltet den Kopf hoch! Immer Haltung bewahren!.-Wenn Ihr Eure Tage habt, denkt daran euch zu schonen-das ist wichtig für euer Aussehen im Alter!.-Wenn Ihr verheiratet seid, merkt Euch, einen gut geführten Haushalt erkennt man am Klo und am Bett des Dienstmädchens!" Sie wußte aucg: Gegen liebeskummer hilft am besten, etwas Gutes zu essen. Wenn sie bemerkte, daß Vally einmal trausig war, bekam sie sofort ein Beefsteak! Das half immer! Aber einmal war die Lage ernst. Vally hatte sich in Gottfrieds Cello-Lehrer verliebt! Er war sehr fesch, Philharmoniker, verheiratet, lebte angeblich in Scheidung und es gelang ihm, Vally den kopf zu verdrehen. Aufnahme CH von 08. Mai 2022© Ein paar Küsse am Grabe ihres Vaters, wie sie sagte, ihr liebster ort auf Erden, und Vally glaubte an die große Liebe! Da Otto Stieglitz, so hieß der Philharmoniker und Cellolehrer , sie nicht enttäuschen wollte, sprach er auf Vallys Verlangen mit Tante Valerie. Er sagt schlicht und einfach, daß er und Vally sich lieben. Als kluge Frau erfaßte Vallys Mutter sofort die Lage. Da zum Glück der Sommer nahte, meinte sie, eine so hehre Liebe müsse man natürlich auf die Probe stellen. Eine Trennung bis zum herbst, natürlich ohne briefwechsel, sei gerade das Richtige. Und so geschah es, nur daß Vallyanordnete, daß ich an ihrer Stelleden Briefwechsel mit Otto Stieglitz führen sollte.Wir schreiben uns also einige lustige Briefe und da erja nie daran gedacht hatte, sich scheiden zu lassen und Vally zu heiraten endete unser Briefwechsel damit, daß er mir eines Liebes- und Vally einen Abschiedsbrief sandte. An Tante Valeries Seite übergab ich Vally den Abschiedsbrief. Vally fiel erst einmal in Ohnmacht. "ist sie nicht großartig?" flüsterte mir TanteValerie zu. "Was für eine Schauspielerin!" Dann labte sie ihre Tochter und ordnete Folgendes an: "Das Mädchen eilt nach Gars und holt vom Zuckerbäcker eine besonders gute Jause! Der Ausflug findet trotzdem statt, aber Vally und Hilde und Karl machen den Umweg über Rosenburg, gehen zu Luki Bakalovits, schildern ihm die Lage und bitten ihn, so bald als möglich als Seelentröster zu Vally zu eilen." Karl und ich erledigten tatsächlich unsere heikle Mission und Luki war gleich dazu bereit, seine angebetete Vally zu trösten! Als wir nach dem gelungenen ausflug nach Kamegg kamen, trafen wir Vally und Luki sehr vergnügt an, ein Zeichen, daß Luki seine schwere Aufgabe bestens gelöst hatte.- Tante valerie war mit ihrem Erfolg zufrieden. Aber nicht nur ihren Kindern gegenüber war Deine liebe Mutter vorbildlich, sie war auch eine bewunderswerte Ehefrau!

  • EIN DICHTER BRAUCHT EINE MUSE

    Eine Muse ist eine Person, die einen anderen Menschen zu kreativen Leistungen anspornt oder inspiriert. Oft finden sich Musen, vor allem Frauen, im Umfeld von Künstlern. Musen werden seit der Zeit der Griechischen Mythologie als göttliche oder genialische Inspirationsquelle für Künstler genannt. Mu·se • GRIECHISCHE MYTHOLOGIE• eine der neun griechischen Göttinnen der Künste Valerie war eine liebevolle Mutter und bewundernswerte Ehefrau! Onkel Wolf war bei Gott kein bequemer Ehemann! Von Kindergeschrei durfte er keineswegs belästigt werden! du erinnerst Dich an die Doppeltüren vor seiner Bibliothek? Auch gab es keine gemeinsamen Mahlzeiten, was mich anfangs sehr in Staunen versetzte. Seinen Ausspruch über kinder hast Du ja nicht vergessen und mir sehr lustig geschildert. Du hast ihn aber vornehm übersetzt, in Wirklichkeit. ich habe ihn selbst aus seinem Mund gehört: "Kleine Kinder soll man in den Abort schmeißen!" Aber Tante Valerie meisterte alles! Den großen Hauhalt, die fünf kinder, das Personal, zwei Mädchen und ein Kinderfräulein, und vor allem den schwierigen Ehemann! Als Ober Magistratsrat und Schriftsteller hatte er einen weiten Freundekreis. Tant Valerie hatte oft Gäste zu bewirten, Vorträge zu besuchen, mit dem Schriftstellerverband zu verhandeln... An Onkel Wolfs 50. Geburtstag arrangierte sie einen festabend in der Urania! Mindesten einmal in der Woche erhielt Onkel Wolf eine Loge im Theater, ich glaube es hing irgendwie mit der Feuer-Kontrolle zusammen! Zu diesen Theaterbesuchen waren immer meine Eltern eingeladen. Und somit sind wir bei dern Beziehungen Onkel Wolfs zu meiner Mutter Christine angelangt. Er hatte sie schon als Mädchen vrehrt, aber nun erkor er sie zu seiner Muse! Er widmete ihr die schönsten Gedichte, traf sie täglich, wenn nicht abends im Theater, so tagsüber in einem Cafe, schrieb ihr täglich Liebesbriefe, kurz , es war eine innige Beziehung! Wer nun glauben würde, Tante Valerie wäre eifersüchtig geworden, irrt gründlich! Im Gegenteil-sie freute sich über diese Ablenkung ihres Mannes und gönnte sie ihm von ganzem Herzen! "Ein Dichter braucht eine Muse und daheim ist er jetzt viel weniger lästig!" argumentierte sie. Als meine Mutter einmal ausbrechen wollte, kam sie gleich zu uns und flehte: "Christine, das kannst Du uns nicht antun! Wolfgang braucht Dich, und ich brauche Dich auch, lass dir doch die Verehrung gefallen. Karl(das war mein Vater) ist es doch auch recht!" Mein Vater, der der Liebe meiner Mutter gewiß war, verhielt sich genauso großzügig wie Tante Valerie, die er natürlich auch schätzte und verehrte. Er sagte oft zu meiner Mutter: " Ich bin doch so froh, daß Wolfgang sich so um Dich kümmert! Ich hab viel zu viel Arbeit und viel zu wenig Zeit für Dich! Ich weiß, daß Du mich liebst, also laß Dir die Verehrung eines Dichters ruhig gefallen und freu mich darüber. Und so wurde die Freundschaft der beiden Ehepaare immer tiefer! Tante Valerie hatte natürlich auch kleine Vergnügungen. Gerne ging sie z.B. auf eine Redoute- ich durfte sie einmal in Ihrem Festkleid mit weißer Perücke bewundern! Stolz erzählte sie mir einmal, der Maler Hohenberger habe aus ihrem Ballschuh Champagner getrunken. Valerie war immer hilfsbereit. Als meine Mutter eine Lungeblutung hatte und zur Erholung auf den Semmering mußte, begleitete sie Tante Valerie, damit sie sich nicht so einsam fühlen sollte. Den Sommer verbrachten wir immer gemeinsam. Wenn Onkel Wolf auf Urlaub war, weilte er im Dichterstübchen und durfte mit so etwas Lächerlichem wie Kindererziehung nicht belästigt werden. Das blieb Tante Valerie allein überlassen. Karl, der ihr früher bei seinen kleinen Stiefbrüdern geholfen hatte, hatte seine Autorität gegen diese längst verloren. Heini und Gottfried waren wohl gesitteter geworden, hatten aber z.B. die liebe Gewohnheit, vorübergehende Sommerfrischler, in einem großen Strauch vor der Waas-Villa verborgen, mit Kotknödeln zu bewerfen, und die arme Tante Valerie, die einmal zufällig in der Nähe war, mußte die Zürnenden besänftigen. Jeden Nachmittag unternahm der Dichterfürst mit seinen beiden Frauen einen weiten Spaziergang, nicht ohne ihnen bei einer rast aus seinen jüngsten Werken vorzulesen. Die gut Tante Valerie hingegen labte alle mit guten Köstlichkeiten, die sie fürsorglich mitgebracht hatte. Für das leibliche Wohl ihrer Schützlinge zu sorgen, betrachtete sie überhaupt als vorrangige Aufgabe. Nie werde ich den schön gedeckten Jausentisch in der Veranda der Waas-Villa vergessen, der uns nach unserem täglichen Kampbad, zu dem ich mich regelmäßig einfand, erwartete und trotz Kriegszeit gute Dinge bot! Auch in wien lud Tante Valerie öfters meine Eltern ein, um sie am Abend mit leckeren Dingen, die sie trotz der Lebensmittel- Kanppheit während des Krieges aufzutreiben wußte, zu erfreuen. Besonders meinen Vater, der überarbeitet und unterernährt war, versorgte sie oft mit Speck und anderen Leckerbissen. Und nun kommt noch ein trauriges Kapitel,.....

  • EIN TRAURIGES KAPITEL

    Und nun kommt noch ein trauriges Kapitel, in dem Deine liebe Mutter eine besonders bewunderungswürdige Rolle spielt. Mein Vater, der infolge des Krieges überarbeitet war, er hatte keinen Urlaub und mußte auch am Sonntag bis spät in die Nacht arbeiten, bekam plötzlich andauerndes Fieber und mußte zur Beobachtung ins Krankenhaus der Wiener Kaufmannschaft hinter dem Türkenschanzpark. Gleichzeitig bekam meine Mutter Rippenfellentzündung, ich hatte Schule undwer betreute meinen armen Vater? Meine liebe, gute Tante Valerie!!! Und als mein Vater im Sommer plötzlich an Herzversagen starb, wir waren ihm ins Kamptal vorausgefahren, wohin er laut ärztlichem Gutachten bald nachkommen sollte, war es wieder Tante Valerie, die sich noch um alles kümmerte. Sie fuhr mit meiner noch immer geschwächten Mutter und mit Vally und mit mir sofort nach Wien. Der achtjährige Holdi, dem wir Papas Tod vorläufig noch verheimlichten, blieb mit unserer Großmutter in Stallegg. Tante Valerie erlaubte uns nicht, unsere nun so verlassene Wohnung in der Grünentorgasse zu betreten, sondern nahm uns gastlich in ihrem heim in der Anastasius Grüngasse auf. Onkel Wolf nahm uns in Empfang. Karl war an der Front, es war ja das Jahr 1917. Um die Begräbnis- Formalitäten kümmerte sich Papas bruder. Aber Tante Valerie ging gleich mit mir in die Alserstrasse ein schwarzes Kleid kaufen und gestattete nicht daß Mama am Begräbnis teilnahm. Sie war viel zu schwach dazu und mußte in Tante Valeries Bett liegen bleiben. Vally und ich fuhren in einem Fiaker mit ihren Eltern zum Zentralfriedhof. Ohne den Schutz und die Fürsorge Deiner lieben Mutter hätte ich bestimmt die feierliche Zeremonie des Begräbnisses nicht so gut überstanden. Ich hatte meinen Vater sehr geliebt und war seine vertraute Freundin gewesen. Du siehst, liebe Liesl, was mir Deine Mutter bedeutet hat! Zum Weihnachtsfest dieses für mich so schicksalsschweren Jahres schenkte die mir einen schönen Pepita-Seidenstoff für ein Kleid (1917!!!) mit den Worten:"Es soll für Dich ein kleiner Trost sein!" Das traurige Ende Deiner lieben Mutter hast Du ja selbst erlebt, davon brauche ich Dir nichts zu erzählen! An ihrem Grabe stand ich an der Seite Karls, dem sie alles bedeutet hatte. Wir gingen zu Fuß von ihrem Grab bis in die Anastasius Grüngasse und sprachen über Deine liebe Mutter. Es war unser letztes herzliches Freundschaftsgespräch. Dann trennten sich unsere Wege. Am Friedhof in Nussdorf

  • "SICHER IST SICHER"

    Als ich ein kleines Kind war , sah ich Onkel Wolf selten. Ich betrachtete ihn aber immer interessiert, da von ihm erzählt wurde, "kleine Kinder wollte er in den Abort werfen!" Er war groß und stattlich, hatte einen Bart wie mein Papa und trug Brillen. Er hatte immer ein braunes Samtsakko an und ein großer, schwarzer Schlips verlieh ihm ein künstlerisches Aussehen. Er beachtete mich kaum, worüber ich sehr froh war. "Sicher ist sicher", dachte ich. Valerie und Christine Das änderte sich ab meinem 12. Lebensjahr. Unsere Eltern sahen sich wieder öfter, und meine Mama wurde plötzlich Gegenstand seiner Bewunderung. Er hatte sie schon als Mädchen gekannt und verehrt, als er noch mit seiner ersten Frau Laura verheiratet war. Nach Lauras Tod heiratete er die schöne, kluge Valerie, deren erster Mann, Dr. Karl Heidt, auch früh gestorben war und die ihm zwei Stiefkinder, Vally und Karl, in die Ehe mitbrachte. Meine Mamma hatte inzwischen geheiratet und sie und Onkel Wolf sahen sich nur selten. Aber nun war das Eis plötzlich gebrochen und unsere Eltern waren sich wieder nähergetreten. Eines Tage erhielt Mama von Onkel Wolf ein wunderschönes Liebesgedicht! Da ich als heranwachsendes Mädchen(man bedenke: 12 Jahre!) ihre Vertraute war, las sie mir das Gedicht gleich vor und wir besunderten es beide! Mama verfaßte sofort ein Antwortgedicht, das ich bis heute weiß: "Ich dachte erst, ich sei ein junges Mädchen und blickte träumend vor mich hin, und manch längst vergeß`ne Weise zog neu erwachend leis ` mir durch den Sinn. Ein Seufzer, aus der Seele kommend, stieg zu der kalten Welt empor: Ich hatte meine Jugend wieder, von der ich wähnte, daß ich sie verlor!" Man muss Bedenken: Beginn des 20. Jahrhundert! Nun begann für mich eine schöne Zeit. Onkel Wolf widmete nun meiner Mama viele Stunden. Hatte er sie doch zu seiner Muse erkoren! Zum Glück waren seine Frau, meine heiß geliebte Tante Valerie und mein Vater darüber froh. Tante Valerie sagte: "Ein Dichter braucht eine Muse und wenn er Zeit Christine widmet, ist er weniger lästig!" Man sieht, er muß ein schwieriger Mann gewesen sein! Mein Vater hatte viel Arbeit, wenig Zeit für Mama und gönnte ihr die schöne Abwechslung! Ihrer Liebe war er ja sicher! Und die Abwechslung bot sich nun: Viele Kaffeehaus-Besuche und als Magistratsrat hatte Onkel Wolf die Möglichkeit, Theaterkarten zu erhalten und zwar mit Ausnahme von Burg und Oper für alle Theater. (Ich glaube es hatte irgendetwas mit Feuerschutz zu tun.) Nicht nur, daß er meine Eltern einmal in der Woche in eine Loge einladen konnte, er hatte auch für mich dauernd Theaterkarten. So sah ich, meist in Begleitung meiner lieben großmutter, fast alle klassischen Stücke, aber auch Volksstücke und Operetten! Seine Stieftochter Vally beneidete mich glühend, weil ich auch operetten sehen durfte, was ihr aus erzieherischen Gründen nicht erlaubt wurde. Unbegreiflich! Wahrscheinlich dachte sie: "Bei der Hilde ist sowieso Hopfen und Malz verloren!" Aber natürlich gab es auch logen für seine Kinder und mich, natürlich in klassische Stücke! Ich erinnere mich an eine Unstimmigkeit, die es einmal zwischen Mama und Onkel Wolf gab. Er wollte mit Mama und mir Samstag Nachmittag die "Räuber " besuchen, aber Mama wollte plötzlich Schluß machen und zerriß die Karten. Da erschien sofort meine liebe, gute Tante Valerie bei uns und beschwor Mama, doch alles beim alten zu lassen! Mama klebte die Karten zusammen, schickte sie Onkel Wolf und schrieb dazu: " Und reicht das Schicksal die Hände Dir, dann sitzt du morgen neben mir!" Gott sei Dank! Alles war wieder in Ordnung! Mir waren die "Räuber" natürlich das Wichtigste.

  • EIN SPOTTLIED AUF DIE RAUCHENDEN MÄDCHEN

    Nun kam der Krieg! Lebensmittel wurden knapp. Wieder war es Onkel Wolf, der uns half. Wie oft durfte ich ihn nicht in der M6 im Rathaus aufsuchen und kehrte mit Kondenzmilch, Sardinen und anderen Sachen wieder heim. Einmal half er mir aus einer besonderen Patsche: Reinhold und ich hatten, mit einem kleinen Leiterwagerl versehen, auf der Landstrasse von den Alleebäumen eine Unmenge Äpfel "geerntet" und nach Stallegg gebracht. Kathi, die Haushälterin unserer Tante Paula, war uns nicht gewogen-ich hatte einmal Haare beim Fenster hinausgeworfen und Reinhold hatte ein Kind verprügelt, das sie gerne mochte - also ergriff sie die Gelegenheit und zeigte uns wegen Diebstahl an. Und was tat der gute Onkel Wolf? Er schrieb einen Brief an die Bezirkshauptmannschaft von Horn- und die Sache war erledigt. Während des Krieges starb mein lieber Vater, und Tante Valerie und Onkel Wolf umsorgten meine Mama vorbildlich. Dann machte ich Matura und Onkel Wolf schickte sofort ein Telegramm an Mama, die bereits im Kamptal war. Er diktierte mir ein sehr höfliches Gesuch um eine Anstellung - es war ja noch Monarchie - und seiner Protektion gelang es tatsächlich, daß ich von der Gemeinde Wien (damals unterstanden die Lehrer noch nicht dem Bund) angenommen wurde! Auch das war ein Wunder! Von den damaligen Maturantinnen der LBA erhielt auf Jahre hinaus nur mehr die Hälfte eine Anstellung! Was das für mich bedeutet hat, und wie dankbar ich Onkel Wolf dafür bin, läßt sich mit Worten nicht schildern! Ich liebte meinen Beruf, den ich 40 Jahre ausüben durfte, und der mir für mein ganzes Leben Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bot. Lieber, guter, unvergeßlicher Onkel Wolf! Unsere Sommerferien verbrachten wir wie immer im Kamptal. Onkel Wolf bewohnte das Dichterstübchen in der Villa Waas in Kamegg. Jeden Nachmittag unternahm der Dichterfürst mit seinen beiden Frauen einen weiten Spaziergang, nicht ohne ihnen bei einer Rast aus seinen jüngsten Werken vorzulesen. Die gute Tante Valerie hingegen labte alle mit vielen Köstlichkeiten. Eines Tages kam Onkel Wolf zufällig dazu, wie Vally und ich im Kreise einiger Jünglinge Zigaretten rauchten. Er war von diesem Anblick so entsetzt, daß ich schon am folgenden Tag diese Gedicht erhielt. Das ist der hochmoderne Fratz, Am Hirnchen hohl und Herzchen, Der saugt, wo sonst für Honig Platz, Des Toback dünnes Kerzchen. Das eine Gänschen tut´s und glaubt, Höchst geistreich sei das Schmauchen, Das zweite hält es für erlaubt, Weils andre Gänse rauchen. Ein so mit Qualm begrenzter Kopf Anstatt mit keuschen Myrten, Gleich einem wüsten Hexenschopf, Den Teufel balsamierten. O Lilienduft und Rosenhauch, Wovon die Sänger sangen, Wie seid Ihr, ach, zu eitlem Rauch Und zu Gestank zergangen! O veilchensüßes Mündchen zart, Ich muß an Dir verzagen, Ich küsse einen Knasterbart (Bedeutung veraltet, salopp alter mürrischer Mann) Mit gleichem Wohlbehagen! Ihr schwärmt von mancher holden Maid Im Reich der Rampenlichter, Wie sie im hellen Unschuldskleid, Euch schauen ließ der Dichter. Wie hübsch, wenn sich im Garten fand Zu Faust das fromme Gretchen Und mit ihm flötet, in der Hand Ein feines Zigarettchen! Und wenn das Gretchen von Hellbronn, Der tugendhafte Engel, Beim Grafen Strahl sucht Liebeslohn, Im Mund den glüh´nden Stengel! Ihr schwärmt besse nicht so viel Für kunstverklärte Damen Und strebtet nach dem schön´ren Ziel, Ihr Vorbild nachzuahmen! Damit nicht allzu schmerzlich rauh Uns die Erkenntnis quäle: Wie fern dem Ideal der Frau Noch flattert Eure Seele! Kamegg, 28.8.1920 Es geschah mir etwas Seltsames: Dieses Gedicht beeindruckte mich so, daß ich von Stund an nicht mehr rauchte. Das fiel mir aber überhaupt nicht schwer, denn so gern ich als Kind, als Indianer-Squaw, unsere Rakis (Stengel der Waldrebe) geraucht hatte, so wenig Freude fand ich an einer Zigarette! Ich rauchte ja nur, weil es die anderen taten. Also hörte ich gerne damit auf. Ich sage wieder einmal: "Danke, lieber Onkel Wolf!" (Und welchen Nutzen zog ich doch während des Zweiten Weltkrieges aus meinen ersparten Raucherkarten!!!)

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